Themenabend 19.02.2013
Es konnten 12 Personen begrüßt werden, besonders Herr Bürgermeister Stefan Waizenegger, außerdem Herr Bruggner und Herr Seehase (Forst), Herr Franz Stehle (Jäger), Herr Heinz Fritz (Vors. Buchheimer Angler), Herr Ottmar Hamma (Albverein). Herr Waizenegger machte in seiner Begrüßung deutlich, dass die Aktionsgruppe Naturschutz Fridingen für ihn eine wichtige Gruppierung in Fridingen ist. Da sie die Belange des Naturschutzes in und um Fridingen kritisch beobachtet, lege er großen Wert auf eine gute und offene Zusammenarbeit.
Im Rückblick auf das vergangene Jahr berichtete Herr Michael Ströhle von der Einweihung der Biberplattform der Stadt Mühlheim, zu der die Aktionsgruppe am 21.06.2012 eingeladen war.
Rückbau Bronner Wehr Zu Beginn des ersten Themas, Rückbau Bronner Wehr, stellte Herr Waizenegger die aktuelle Situation dar. Am 29.02.2012 gab es die erste Informationsveranstaltung. Eingeladen hatte das Regierungspräsidium Freiburg. Die Aktionsgruppe wurde durch Herrn Ströhle und Herrn Herbert Sichler vertreten. Bei dieser Veranstaltung wurde festgestellt, dass die Wasserqualität und der Zustand des Fischbestandes (Anzahl und Artenvielfalt) aktuell ermittelt werden muss. Dies geschah dann auch im laufenden Jahr 2012. Die Fischer aus Buchheim waren bei der Feststellung des Fischbestandes dabei. Herr Fritz berichtete, dass Herr Dr. Wurm, Fischbiologe, erstaunt war, wie artenreich und zahlreich das Fischvorkommen ist (s. Bericht im donnerstags Nr. 48 vom 29.11.2012 zur öffentlichen Gemeinderatssitzung, TOP 4). Einen Überblick über den aktuellen Stand gab das Regierungspräsidium Freiburg in einer öffentlichen Gemeinderatsitzung am 19.11.2012. Die Aktionsgruppe stellte nochmals klar heraus, dass die dort geforderte Wassermenge für die Donau beim Neubau des Wehrs des Kraftwerks der EnBW umgesetzt werden muss. In dieser Sitzung war als einziger Zuhörer, Herr Armin Joswig, Schw. Albverein. Es wird von der Aktionsgruppe angemahnt, dass solche Informationsveranstaltungen deutlicher in der örtlichen Presse angekündigt werden müssen. Dies sicherte Herr Waizenegger auch zu. Dabei betonte er, dass die Bevölkerung unbedingt durch solche Veranstaltungen integriert werden muss.
Hardtallee – Ersatzpflanzung Herr Seehase führte zum Thema Hardtallee Ersatzpflanzung folgendes aus: Es wurde eine schriftliche Anfrage an den Leiter der Straßenmeisterei Tuttlingen, Herr Fehrenbacher, gerichtet. Darin werden Vorschläge bzw. Verfahrensrichtlinien oder eine Stellungnahme für eine tragbare Lösung gefordert. Eine einfache Lösung könnte eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 100 km/h auf 70 km/h sein. Damit könnten die Pflanzabstände zur Straße nahezu entsprechend eines früheren Gemeinderatbeschlusses aus dem Herbst 2011 eingehalten werden. Herr Waizenegger sicherte zu, sich in dieser Angelegenheit beim Landratsamt Tuttlingen nachhaken. Seiner Meinung nach muss diese Allee erhalten werden bzw. die Lücken durch wegfallende Bäume durch Ersatzpflanzungen geschlossen werden.
Heiliges Brünnele Als Aktion für 2013 wurde die Neupflanzung einer Sommerlinde am Heiligen Brünnele festgelegt. Der genaue Zeitpunkt der Pflanzung soll im donnerstags bekanntgegeben werden. Eine weitere Aktion soll die ausgewiesenen Naturdenkmäler auf der Gemarkung Fridingen kontrolliert und der Gemeinde vorgestellt werden. Über das Vorstellen ist man sich noch nicht ganz einig (eventuell Berichte im donnerstags).
Geocaching Das Thema Geocaching (GPS-Schnitzeljagd) kam durch aktuellen Anlass durch Rafael Rees zur Sprache. Er pflegt ein Feldkreuz mit Blumenbeet im Neuhauser Tal. Das Blumenbeet wurde schon öfters bei der Suche eines Caches (wasserdichter Behälter mit Logbuch) durchwühlt. In der Nähe vom Feldkreuz fand er ein Plastikrohr mit einem großen Stein. Auch Herr Fritz, Jäger in Buchheim, konnte von ähnlichen Gegenständen in seiner Jagd berichten. Er beklagte, dass immer öfters solche Verstecke bei ihm in der Jagd aufgesucht werden und das Wild bzw. die Jagdausübung dadurch gestört werden. Als Eigentümer von diesem Cache im Neuhauser Tal konnte Herr Christian Müller, wohnhaft im Dickenloch ermittelt werden. Herr Müller hat das Versteck nun verlegt. Bei der Beschreibung des Cache im Internet hinterlegte er auch, dass dieser Cache nur zwischen 7 und 19 Uhr aufgesucht werden soll. Er sieht durchaus die Belange des Naturschutzes und der Jäger. Der Ranger des Naturparks, Herr Markus Ellinger, ist in Sachen Geocaching Ansprechpartner.
Landschaftsverband Tuttlingen Auf Anfrage erklärte Herr Waizenegger den Aufgabenbereich des Landschaftserhaltungsverband Tuttlingen, dem Fridingen auch beitritt. Er hat eine beratende und vermittelnde Funktion in Landschafts- und Naturschutzangelegenheiten.
Streunende Katzen und Vögel Als letztes Thema wies Herr Sichler noch auf einen Artikel im „Spiegel“ (6/2013) hin. Dieser Artikel geht auf die Problematik streunende Katzen und Vögel ein. Herr Sichler ist mit einem Bericht im donnerstags auf diese Problematik eingegangen.
Anhang zum Thema Rückbau Bronner Wehr:
Berichterstattung im donnerstags Nr. 48 vom 29.11.2012
Zum Tagesordnungspunkt 4 gaben die zuständigen Vertreter des Regierungspräsidiums Freiburg einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, speziell des Bronner Wehrs. Neben Frau Reichegger vom Regierungspräsidium Freiburg sowie dem Fischbiologen Dr. Wurm war auch noch Herr Kapfer vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Tuttlingen anwesend. Frau Reichegger ging in ihrem Vortrag zunächst auf die Eckdaten ein. Defizite sind für die Gewässerorganismen zum einen mechanisch begründet durch die Form des Wehres als auch biologisch begründet durch die Verschlechterung der Wasserqualität im Stauraum vorhanden. Gegenüber dem Idealzustand ist die Gewässerstruktur deutlich verändert, so dass die Gewässergüte im Regelfall als unzureichend eingestuft werden muss. Nach Abschluss der durch die Fachleute durchgeführten Voruntersuchungen sollte an diesem Abend zunächst der aktuelle Stand dokumentiert werden. Der Fischbiologe Dr. Wurm präsentierte zunächst die verschiedenen Untersuchungsstellen, an denen über einen längeren Zeitraum Wasserproben genommen und untersucht wurden. Die Untersuchungen zeigen, dass die Phosphatbelastung über einen Großteil des Jahres hinweg relativ unproblematisch ist. Kritisch wird die Phosphatbelastung bei Niedrigwasserstand in Trockenzeiten. Zusammengefasst ließe sich sagen, so Dr. Wurm, dass die Qualität vor und nach der Stauhaltung eigentlich gut ist, im Bereich der Stauhaltung selber jedoch nur mäßig. Im Untersuchungszeitraum haben ebenfalls mehrere Befischungen stattgefunden. Diese haben gezeigt, dass auch oberhalb des Staus beim Bronner Wehr viele Fischarten vorhanden sind, zum Teil wurden auch Fische festgestellt, die aufgrund der FFH-Richtlinie besonders geschützt sind. Auch auf Höhe des Jägerhauses ist die Fischsituation durchaus in Ordnung. Letztlich sei der Fischbestand im Bereich des Streichwehrs jedoch für ein Fließgewässer untypisch, Fakt ist auch, dass relativ wenig große Fische festgestellt werden konnten. Für den Fischbiologen ergibt die Auswertung, dass eine Entfernung des Wehres alleine noch nicht zu einer Verbesserung der Gewässersituation und auch der Fischfauna sorge. Da dadurch eher noch mehr Flachwasserzonen als bisher entstehen würde die Gewässergüte weiterhin beeinträchtigt sein. Ohne eine gleichzeitige Verbesserung der nach dem Wasserkraftwerk der EnBW eingespeisten Wassermenge sei im Zusammenhang mit dem Abbau des Bronner Wehrs keine deutliche Qualitätsverbesserung zu erreichen. Herr Kapfer vom gleichnamigen Ingenieurbüro stellte dann noch die verschiedenen Maßnahmen vor. Die bisherige Planung sieht einen Teilrückbau des Streichwehrs mit der Fischrampe vor. Der Betonkörper soll komplett entfernt werden, auf beiden Seiten sollen noch Wehrstummel belassen werden um zu dokumentieren, dass hier früher ein Wehr stand. Vom Jägerhausweg aus sollen Zugangsmöglichkeiten geschaffen werden. Ebenfalls geplant ist die Verengung des Flussschlauches im Bereich der Stauhaltung. Vom Gemeinderat wurde dies kritisch hinterfragt, ebenso auch die Sicherung des Weges. Man befürchtet, dass bei einem entsprechenden Abfall des Wasserstandes die Befestigung und Sicherheit des Fahrweges nicht mehr gewährleistet ist. Das Land hat jedoch weitergehende Sicherungsmaßnahmen vorgesehen, um die Standfestigkeit des Weges zu gewährleisten. Das Jahr 2013 soll genutzt werden um durch entsprechend Versuche festzustellen, in wieweit sich höhere Wasserzugaben auf die Gewässerqualität auswirken. Die Ergebnisse sollen im Herbst 2013 im Gemeinderat bzw. der Bürgerschaft wieder vorgestellt werden.
Neuigkeiten:
27.04.2013 Aktion Hl. Brünnele
Wir treffen uns um 10:00 am Brünnele. Für Werkzeug ist gesorgt.
siehe Aktionen/Hl. Brünnele
19.02.2013 Protokoll zum
Themenabend 2013
siehe Presse/2013
24.05.2012 Protokoll zum
Themenabend 09.05.2012
siehe Presse/2012